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Glauben/Leben

Bibelkreis II

Das Buch Judit

Judit A
Das Buch Judit wurde vermutlich von einem Juden ca. im 2. Jahrhundert vor Christus in der Makkabäerzeit verfasst. Es ist eine romanhafte Lehrerzählung für das Volk Israel, dem anhand dieser Frau Judit (übersetzt: die Jüdin) aufgezeigt werden soll, wie man sich in Zeiten der Bedrängnis gläubig zu verhalten hat.

Das Buch schildert eine große Bedrohung durch das Heer Nebukadnezzars unter seinem Oberbefehlshaber Holofernes. Während das Volk Israel im Angesicht der Gefahr verzweifelt und resigniert, sich verschanzt und nichts tut, außer hoffen und Gott ein Ultimatum zu setzen, handelt Judit. Sie zeigt das ideale Verhalten und ist Modell für das Gottesvolk in Bedrängnis: Sie wendet sich Jahwe (Gott) zu und vertraut auf sein rettendes Eingreifen. Sie lässt sich zu seinem handelnden Werkzeug machen.

Ihre Befreiungstat ruft freilich bei uns heute moralische Bedenken auf nach der Frage, ob es rechtens ist, einen Menschen zu töten, wenn man damit ein ganzes Volk retten kann? Die wunderschöne Judit bekämpft den Feind mit den Waffen der Frau, sie geht in das feindliche Lager,
Judit B
umgarnt den Oberbefehlshaber Holofernes, tut so als, wolle sie sich von ihm verführen lassen, macht ihn betrunken und schlägt ihm schließlich im Schlaf seinen Kopf mit seinem eigenen Schwert ab. Als das Heer den Tod des Feldherrn bemerkt, herrschen Entsetzen, Furcht und Schrecken und alle flüchten. Bei der Rückkehr Judits in ihren Heimatort Betulia (übersetzt: Haus Gottes) wird sie als Heldin gefeiert und besungen. „Meine Tochter, du bist von Gott, dem Allerhöchsten, mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Erde. Gepriesen sei der Herr, unser Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat.“ (Jdt 13,18) Solange Judit lebte, gab es in Israel keine Furcht – dieser Schluss verleiht Judit einen Ehrentitel.

Der „Roman“ ist gespickt mit historischen Fehlern und jüdischer Zahlensymbolik. Das verdeutlicht auch noch einmal, dass es gar nicht um den Bericht einer wahren Begebenheit geht, sondern einzig und allein die Theologie des Verfassers, seine persönliche Glaubensaussage:

  • Jahwe ist der allmächtige Schöpfer
  • seine Handlungsabsichten sind uns Menschen ein Geheimnis
  • wenn Israel seinen Bund mit ihm einhält, braucht es sich vor nichts und niemandem zu fürchten
  • Jahwe kann das Kleine (Judit, eine schwache Frau) wählen, um das Große (Nebukadnezzars Heer) zu besiegen
  • man wird mit dem gestraft, mit dem man gesündigt hat (Holofernes stirbt durch sein eigenes Schwert)
  • es ist zulässig einen unfairen Angreifer zu vernichten
  • Leid soll nicht zerstören, sondern testen und es führt zur Erlösung
  • diese Erlösung gilt für alle Menschen, auch Heiden

Im Bibelkreis lesen wir gemeinsam Ausschnitte aus dem Buch Judit:

8,9-36: Judits Stellung zur Verzweiflung der Bewohner – Judits Gespräch mit den Ältesten der Stadt
Die Frage nach Tiefen in meinem Leben, dem Umgang damit, Leiderfahrung Verständnis mit den Bewohnern, die sich ergeben wollen, um sich zu retten Bewunderung für den Mut Judits, die genau weiß, was sie will.

10 - 12: Judits Gang ins feindliche Lager, Die Begegnung mit Holofernes, Das Gespräch des Holofernes mit Judit, Judits Sorge um die rituelle Reinheit, Judit beim Gastmahl des Holofernes
Mut und Waffen einer Frau, Klugheit, geschickte Lügen
Vertrauen in Gott – sein Leben ihm überlassen
Kontrast: Holofernes lässt sich als Herr bezeichnen und behandeln – Judit wirft sich vor ihm nieder und huldigt ihm, obwohl für sie allein Gott der Herr ist
Judit achtet auf rituelle Reinheit (isst nur ihre eigenen Speisen) und verführt ohne sich letztlich antasten zu lassen

13,1-10: Judits Rettungstat
Die Frage nach der Moral, die letztlich nur jeder selbst mit seinem Gewissen klären kann.

15,8-16,1: Der Jubel über Judit und Judits Lobgesang
Anklänge an den Lobpreis Mariens

Judit in unserem Leben
Wann wären wir gerne Kämpferin, suchen sie in uns?

Weitere Unterlagen zur Vertiefung (hier)

Ansprechpartnerin: Alexandra Wieland,  Tel. Nr: (0911) 69 25 69

Unsere Termine werden von mal zu mal abgesprochen.  Sprechen Sie mich doch bitte an.

30.03.2010
Alexandra Wieland