Glauben/LebenNeun Jahre gemeinsamer WegDie Nachricht, dass Pfarrer Rainer Gast ab 1. September 2010 die Pfarrei Allerheiligen in Nürnberg übernehmen wird, hat in unserer Gemeinde große Betroffenheit und Traurigkeit ausgelöst. Es ist nicht leicht, eine solche Veränderung anzunehmen, wenn man mit der Person, die uns verlässt, vertraut ist, sie schätzt und lieb gewonnen hat. Natürlich erinnern wir uns, dass Pfarrer Gast schon beim Amtsantritt seine Seelsorgezeit in St. Johannes auf acht bis zehn Jahre begrenzt hat. Diese Zeit ist schnell vergangen, gerade weil sie erfüllt war und wir das Wegstück gerne miteinander gegangen sind.
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| Miteinander arbeiten |
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Den Beginn des gemeinsamen Weges kennzeichnete eine erwartungsvolle Aufbruchstimmung. Pfarrer Gast verstand es, rasch durch seine offene, freundliche Art die Herzen der Menschen zu gewinnen. Der Funke sprang auch auf Menschen über, die sich vom Gemeindeleben zurückgezogen hatten. Letztere fanden in der Kirche schnell wieder ein Stück Heimat und Geborgenheit. Mit seinem vertrauensvollen Umgang ließ er den Gremien und Gruppen der Pfarrei viel Raum für Eigeninitiative und förderte so ein lebendiges Engagement und ein vielfältiges, aktives Gemeindeleben. Mit seiner Spiritualität, die ihn besonders auszeichnet, bestärkte er die Menschen auf ihrem Lebensweg. Unterstützt von seiner guten Stimme und den verbindenden Worten zu den liturgischen Handlungen ließ er uns den Gottesdienst neu verstehen. In seinen Predigten fand er stets den Zugang zur Lebenswirklichkeit der Zuhörer. Viele Gottesdienstbesucher begleitete ein Gedanke, ein Satz oder ein Wort der Predigt durch die Woche und eröffnete ihnen so eine neue Glaubenserfahrung. Nach jedem Gottesdienst zeigte er seine persönliche Verbundenheit mit der Gemeinde durch die Verabschiedung an der Kirchentür. In einem kurzen Gespräch nahm er Anteil an den Freuden und Sorgen der Gottesdienstbesucher. Schwierige Pfade meisterte er mit Weitblick. Aufgrund der Finanzlage des Erzbistums mussten sich Gemeinden im Jahr 2005 zusammenschließen. Zielbewusst und entschlossen machte sich Pfarrer Gast für die Seelsorgeeinheit mit der Pfarrei Heilig Kreuz stark. Dem neuen Pfarreienverbund, der aus einer äußeren Notlage geboren wurde, schenkte er durch seine integrierende Fähigkeit Leben. Als leitender Pfarrer brachte er die Menschen beider Gemeinden in zahlreichen Begegnungen zusammen. In den letzten Jahren sorgte er für Veränderungen in den Gottesdienstzeiten, die eine Vertretung durch einen Priester praktikabel machten. Wollen wir hoffen, dass dieser Ernstfall jetzt nicht eintritt.
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| Miteinander leben |
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Die Beziehung von Pfarrer Gast zu den drei evangelischen Kirchengemeinden war ein gelebtes ökumenisches Miteinander. In jedem Gottesdienst begrüßte er ausdrücklich die evangelische Schwestern und Brüder. Mit den Pfarrern der anderen Gemeinden pflegte er engen freundschaftlichen Kontakt und konnte mit ihnen wichtige Zeichen für ein aktives ökumenisches Zusammenleben setzen. Höhepunkt war der Ökumenische Kirchentag in Oberasbach unter dem Motto „Miteinander aufbrechen“ im Jahr 2008. Das symbolische Brotbrechen am Ende des Gottesdienstes ist für die Christen der Stadt ein unvergessliches Erlebnis. Es wurde deutlich, was uns Christen verbindet. So wie jede seiner eindrucksvollen und erlebnisreichen Reisen mit der Gemeinde ein Ende hatte, so endet am 31. August der gemeinsame Weg mit Pfarrer Gast in unserem Pfarreienverbund.
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| Miteinander feiern |
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An diesem Termin werden wir nicht nur in einem feierlichen Gottesdienst Abschied nehmen, sondern auch gleichzeitig seinen 50. Geburtstag mit ihm feiern.Auf seinem weiteren Lebensweg sollen ihn unsere guten Wünsche und Gottes Segen begleiten, verbunden mit dem tiefen Dank für die gemeinsame glückliche Zeit. Gertrud Forman, PGR St. Johannes Johannes Bogner, PGR Heilig Kreuz Alexandra Wieland, Gemeindereferentin im Juni 2010
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