GruppenKirche & FamilienFamilienkreis 1
1995 wurde der Familienkreis 1 in unserer Pfarrei gegründet. Heute besteht er aus 22 Familien mit Kindern im Alter von 7 – 18 Jahren. Einmal im Monat treffen wir uns zu einer gemeinsamen Veranstaltung. Dabei ist uns wichtig, dass die Aktivitäten Kinder wie Erwachsene ansprechen und genügend Möglichkeit für Gespräch und Gedankenaustausch bleibt, um sich näher kennenzulernen. Jedes Jahr im Herbst setzen wir uns zusammen, um mit den Vorschlägen und Ideen der einzelnen Familien Termine für das kommende Jahr zu planen. Eine oder zwei Familien erklären sich bereit, eine Veranstaltung zu organisieren und die übrigen Mitglieder dazu einzuladen. Unvergessliche Erinnerungen für unseren Kreise sind die Durchführung des Dekanatsquiz 2001, 2003 und 2007 und die Wochenenden in Vierzehnheiligen. Solche Ereignisse stützen sich auf die Mitarbeit aller, machen bereits in der Vorbereitung Spass und stärken die Gemeinschaft. Kontaktperson des Kreises: Gertrud Forman Telefon (09 11) - 6 99 96 34. „Feuerstein“, der ideale Ort für uns vom Familienkreis I, um dort vom 16.–18.9.2011 ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. "Wie kann das Leben gelingen?„Wie kann Leben gelingen? Welche Antworten gibt hierzu die Bergpredigt? Sie sagt, wie Christen sein sollen, wenn sie Christen sind. Das Interesse an der Bergpredigt darf nicht akademisch sein, sondern muss mit dem Leben zu tun haben. Es gibt keine größere Macht als die von zeitgemäßen Ideen. Es scheint, dass unsere Zeit reif ist für die Ideen der Bergpredigt. In Zeiten großer Orientierungslosigkeit muss man Ausschau halten nach Orientierung.“ Nach Franz Alt, 1983
Der „Feuerstein“! Ein Mythos! Ein Ort, ein Berg, von dem viele Impulse für das religiöse Leben in unserem Bistum ausgegangen sind. Ein Ort, an dem unzählige Menschen Glauben völlig neu erfahren durften. Meist frei von irgendwelchen Zwängen und Denkverboten. Ein Ort der Begeisterung und der Ahnung, was Christ-Sein für uns wirklich bedeuten könnte. Wo Glauben und Leben zueinander gebracht wurden. So gesehen ein „heiliger Berg“.Deshalb war der „Feuerstein“ der ideale Ort für uns vom Familienkreis I, um dort vom 16.–18.9.11 ein gemeinsames Wochenende zu verbringen - und uns mit der Bergpredigt zu beschäftigen. Nicht akademisch, auch nur begrenzt theologisch. Sondern eher spielerisch, kreativ, gestaltend, betrachtend. Um die Worte, die wir schon so oft gehört haben und die wir mittlerweile vielleicht überhören, wieder neu auf uns wirken lassen. Und um die Stelle zu finden, die dann jeder für sich wieder mit hinunter nimmt ins Tal.
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35 Erwachsene und Jugendliche sowie zeitweise unser Herr Pfarrer und unsere neue Gemeindereferentin Frau Bockisch waren der Einladung gefolgt und näherten sich am Freitagabend spielerisch der Bergpredigt an. Ganz praktisch durften die Jugendlichen das Wort der Bergpredigt „Sorgt euch nicht“ dann am Samstag erleben, indem sie sich auf die Schwindel erregenden Höhen des nahen Klettergarten einließen. Währenddessen suchten die Erwachsenen die Stellen der Bergpredigt, die sie am meisten ansprachen („Sucht, und ihr werdet finden“). Auf unsere persönlichen Bedürfnisse umformuliert und auf Gebetsfahnen übertragen, wurden diese Stellen der Bergpredigt gleichsam im „heute“ sichtbar. Erstaunlich für alle, welch neue Erfahrungen da gemacht wurden.Erstaunlich auch, bei einem Spaziergang zu erfahren, dass die heute so grünen Höhen rund um die Burg Feuerstein noch vor hundert Jahren kahl waren, und dass das Grün einem Ebermannstädter Kaplan zu verdanken ist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in langjähriger Kleinarbeit Hunderttausende von Bäumen pflanzte. Ebenso erstaunlich auch, dass die Burg erst im Dritten Reich erbaut wurde und dort als geheimes Forschungslabor für die Rüstungsindustrie diente. Erst der damalige Diözesanjugendseelsorger Jupp Schneider setzte sich nach dem Krieg leidenschaftlich und gegen viele Widerstände dafür ein, dass sie eine Burg für die Jugend des Bistums wurde - und auch blieb. Wieder dachten wir an die Bergpredigt: „Das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dorthin ist schmal.“ Noch mehr erstaunt waren wir, als wir am Sonntag morgen den Gottesdienst in der Feuersteinkirche besuchten und dort unseren ehemaligen Oberasbacher Oberministranten und für viele den guten Bekannten Alexander Bothe antrafen, als er als Seelsorger für die Jugend auf Burg Feuerstein eingeführt wurde. Das hatte keiner von uns gewusst. Und als er in seiner intensiven Predigt auch auf die Bergpredigt einging und wir viele Gedanken von uns wieder fanden bzw. in anderem Zusammenhang verstanden, schloss sich für uns ein Kreis. Viel zu schnell war das Wochenende vorbei, doch: Feuerstein, wir kommen wieder! Für das nächste Jahr ist bereits gebucht. „Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben!“ im Oktober 2011
Oktoberwochenende 2010 „Ja , was glaubst denn Du?“ Ist unser Glaubensbekenntnis noch zeitgemäß? Unter diesem Titel trafen sich am ersten Oktoberwochenende 2010 die Familien des Familienkreises I im Jugendhaus auf dem Habsberg bei Velburg. Anstoß zu diesem Thema war die Erfahrung, dass zwischen dem, was die Kirche lehrt und dem was jeder einzelne glaubt oft ein großer Unterschied besteht, der im normalen Gemeindeleben eher nicht zur Sprache kommt. Wir haben die beiden Tage genutzt, unseren eigenen Glauben zur Sprache zu bringen und zusammenzutragen, was jede/r einzelne/r von uns hofft und worauf er/sie vertraut. Michael Jokisch hat uns begleitet und wertvolle Impulse gegeben. Um für die Gruppe die Bandbreite des Glaubens dazustellen, haben wir am Freitagabend, nach einer Hinführung zum Thema, unseren persönlichen Glauben in einem Fragebogen wiedergegeben. 30 Aussagen konnten auf einer Skala von +3 bis –3 bewertet werden, je nach persönlicher Überzeugung. Die Auswertung der 41 Fragebögen zeigte, dass auch bei fundamentalen Fragen wie der Gottessohnschaft Jesu, der Auferstehung oder der Frage nach dem ewigen Leben es keineswegs eine einheitliche Meinung gibt. Die größte Zustimmung erhielten die Aussagen, dass Gott existiert, dass es nur einen Gott gibt, dass Gott überall gegenwärtig ist und dass Gott die Liebe ist. Dagegen war sich die Gruppe relativ einig, dass Hölle und Fegefeuer wohl eher nicht zum persönlichen Glauben gehören, ebenso hatte für viele der Begriff der Erbsünde keine große Bedeutung. Am Samstagvormittag erklärte uns Michael Jokisch die Herkunft und Entstehung der verschiedenen Glaubensbekenntnisse und wie schon auf den Konzilien in den Anfangstagen der Kirche es keineswegs eine einheitliche Meinung zu dem gab, was denn nun im Glaubensbekenntnis stehen sollte. Das uns heute vertraute Apostolischen Glaubensbekenntnis stammt aus dem 5. Jahrhundert, wurde aber erst im 10. Jahrhundert als Taufsymbol eingeführt. Der zweite Teil des Vormittags wurde in Kleingruppen fortgesetzt. Jede Gruppe setzte sich mit einem Artikel des Glaubensbekenntnisses auseinander und stellte einen Bezug zu den eigenen Erfahrungen her. Es wurde besprochen, was die Aussage den einzelnen bedeutet, was gefällt oder stört. Die Gespräche ergaben dann zum Ende dieser Runde eine eigene Formulierung des jeweiligen Abschnittes. Aus diesen sieben neu formulierten Artikeln wurde dann in der großen Runde das „Habsberger Glaubensbekenntnis“ zusammengesetzt, das im nebenstehenden Kasten abgedruckt ist. Es war beeindruckend zu erleben, welche persönliche Erfahrung, Hoffnung und Vertrauen hier zum Ausdruck gekommen ist.
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| Roland Schneider erzählt das Platonsche Höhlengleichnis |
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Nach so viel geistiger Arbeit stand nachmittags eine Wanderung zur Wolfgangshöhle auf dem Programm. Roland Schneider erzählte uns dort in der Nachmittagssonne das Platonsche Höhlengleichnis: Wie Menschen, die nur ihren eigenen Schatten an der Höhlenwand sehen und diesen für die alleinige Realität halten, nehmen auch wir nur den sichtbaren Teil der viel größeren unsichtbaren Welt wahr. Passender hätte der Abschluß unseres Vormittagsprogramms kaum sein können.Neben so viel inhaltlicher Arbeit kamen natürlich auch gute Gespräche, gesellige Runden, Morgenimpulse und Abendmeditationen nicht zu kurz. Im Mittelpunkt des Sonntagsgottesdienstes stand dann natürlich unser „eigenes“ Glaubensbekenntnis. Es lohnt sich immer wieder, den eigenen Glauben zum Thema zu machen, sich darüber auszutauschen, scheinbar festgefügte Wahrheiten zu befragen und so dem Gott näher zu kommen, von dem Paulus sagt, dass wir schon in ihm leben und sind.
Habsbeger Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Urgrund der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Ich glaube an Gott, der in Jesus für uns greifbar geworden ist, spürbar durch den Heiligen Geist. Gott ist Mensch geworden, damit schlägt er die Brücke zu mir. Ich glaube an Jesus Christus, der hinabgestiegen ist in das Reich des Todes, auferstanden von den Toten, zurückgekehrt zu Gott, der ihn nie verlassen hatte; er wohnt im Hause Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, um alle Menschen, ob tot oder lebendig, heimzuführen. Ich bin nicht allein. Auch wenn ich Fehler mache erhalte ich die Kraft und die Chance, aus meinen Fehlern zu lernen und mich zu verbessern. Ich glaube an die Auferstehung der Seelen und ihr ewiges Leben an einem anderen Ort. Ich glaube, dass nach dem Tod nicht alles vorbei ist. Ich glaube daran. So soll es sein. |
01.02.2011 Urban Führes
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