Unsere KircheDer Kreuzweg
Grablegung
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| Grablegung |
Der Tod, den Jesus starb, war unmenschlich. Doch im Tod erfährt er einen letzten menschlichen Liebesdienst: er findet eine Ruhestätte. Der geschundene Leib wird versorgt und in ein Grab gelegt.Das Grab ist die letzte Ruhestätte des Menschen. Alles Leben endet hier. Mit der Verwesung verliert sich die Spur der Menschen – im Nichts? War das alles? Lebt der Mensch nur dafür, um sein Ende im Grab zu finden? Das göttliche Wunder vom Leben – wird es mit den Toten begraben, oder hat es vielleicht doch noch eine Hoffnung auf eine Auferstehung? Wolfram Schmidt, aus: Passion Jesu – Schicksal der Menschen, Butzon&Bercker Jesus wird vom Kreuz abgenommen
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| Jesus wird vom Kreuz abgenommen |
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Ja, Jesus hat ausgelitten. Er braucht die Schmerzen, den Spott, die Häme nicht mehr zu ertragen. Gehalten von den Armen seiner Mutter ist er zu seinem Vater gegangen, er ist heimgekehrt.Aber die Toten lassen die Lebenden zurück. Es bleibt ein letzter Blick, eine letzte Umarmung – um den geliebten Leib dann der Erde, dem Feuer, dem Vergehen zu geben. Um ihn Gott zu geben. Das ist die Nagelprobe. Glauben wir wirklich, was wir glauben? Es geht nicht um Wissen. Es weiß niemand. Es geht um Glauben. Andrea Schwarz, aus: Wer leben will wie Gott, Vlg. Herder Freiburg im Breisgau
Jesus wird ans Kreuz genagelt
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| Jesus wird ans Kreuz genagelt |
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Für andere, für uns, lässt Jesus sich am Kreuz festmachen. Die grausame Realität zeigt, dass der eingeschlagene Weg nicht mehr korrigierbar ist. Es ist nun unausweichlich klar: Das Kreuz bringt den Tod. Die lebensentscheidende Phase beginnt.
Eine Überzeugung zu haben ist nicht leicht, eine Überzeugung zu leben noch viel schwerer, zumal wenn es um das eigene Leben geht.
Tagtäglich müssen wir uns eine Meinung bilden. Auch unsere Standpunkte und Überzeugungen sind gefragt, in Kleinigkeiten wie in entscheidenden Fragen.
Lassen wir uns beim Wort nehmen? Lassen wir uns festmachen, festlegen, auch wenn Konsequenzen drohen?
Manfred Schmutzer, aus: Passion Jesu – Schicksal der Menschen Vlg. Butzon & Bercker Jesus wird seiner Kleider beraubt
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| Jesus wird seiner Kleider beraubt |
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Herr Jesus Christus, ist es denn gerecht, was da geschieht? Den Armen werden auch noch ihre Kleider ausgezogen, die Durstigen werden nicht getränkt, den Hungernden wird das Brot versagt, und den Menschen der Faust gehört das Land. Du, Herr, hast das Schicksal der Armen geteilt. Ich bitte dich um deine Nähe für alle Entblößten, um deine Nähe durch Menschen, die wirklich Menschen sind. Amen
Michael Eich, aus: Passion Jesu – Schicksal der Menschen Vlg. Butzon & Bercker
Jesus begegnet seiner Mutter
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| Jesus begegnet seiner Mutter |
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Die Mutter Jesu steht nach alter Überlieferung am Kreuzweg ihres Sohnes. Sie sieht den, den sie liebt, wie er leidet und verachtet wird.
Mit Maria stehen wir am Kreuzweg von Menschen: in unserer Familie, in unserer Nachbarschaft, in unserer Gemeinde, in unserem Blickfeld. Können wir wie Maria dem Leid standhalten? Ist unser Hoffen wie ihr Hoffen größer als Leid und Tod?.
Joachim Springer, aus: Passion Jesu – Schicksal der Menschen Vlg. Butzon & Bercker
Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
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| Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen |
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Simon hilft, aber nicht, weil er sich dazu entschieden hat, sondern weil er gezwungen wird. Er weiß gar nicht, wie ihm geschieht.Er wird nicht gefragt, das Kreuz wird ihm aufgeladen. Er schweigt und geht mit. Die Kreuze des Lebens werden mir ungefragt auferlegt. Ich habe keine Chance. Der einzige Gedanke, der mir hilft: Ich trage mit am Kreuz dessen, der sein Kreuz für uns trägt, und ich vertraue darauf, dass er mich mit ihm durch das Kreuz zum Leben führt. Andrea Schwarz, aus: Wer leben will wie Gott Vlg. Herder
Jesus fällt zum 2. Mal unter dem Kreuz
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| Jesus fällt zum 2. Mal unter dem Kreuz |
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Bei aller Entschlossenheit geht es nicht mehr. Der Zug nach unten ist zu groß. Der Weg des Leidens zieht nach unten und raubt die Kraft. Jesus stolpert, fällt und liegt auf hartem Boden.Gott kennt die Schwächen der Menschen. Mutig ist nicht der, der immer Stärke vortäuscht, sondern der, der seine Schwächen zugeben kann. Wer auf dem Weg ist und in Bewegung bleibt, wer sein Kreuz angenommen hat und nach vorn trägt, wird auch stolpern – und mag fallen. Aber er kann wieder aufstehen. Wenn ihn die Hoffnung trägt. Andrea Schwarz, aus: Wer leben will wie Gott, Herder
Kreuzweg Jesu
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| Kreuzweg Jesu |
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Christen gingen von Anfang an gern die Wege Jesu, vor allem seine letzte Wegstrecke vom Richterstuhl des Pilatus durch die engen Gassen Jerusalems bis zum Golgathahügel hinauf. Sie wollten Jesu Schicksal verstehen, noch mehr aber ihn selber ertasten, finden. Sie wussten, dass gläubige Erinnerung nach jüdischer Auffassung immer Vergegenwärtigung bedeutet. „Vergegenwärtigung“ des Leidensweges Jesu zum Kreuz, das will auch der Kreuzweg in unserer Kirche. 04.02.2008 Manfred Boretzki
Jesus nimmt das Urteil an
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| Jesus nimmt das Urteil an |
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Pilatus sieht seine Karriere bedroht und verurteilt den unschuldigen Jesus zum Tod. Die Verantwortung schiebt er anderen zu, wäscht sich die Hände in Unschuld. Finger zeigen auf den Schuldigen. Er ist des Todes schuldig! Ein Pilatus steckt in uns allen. Der Schuldige ist schnell ausgemacht, nur nicht die Schuld bei sich selber suchen. Wie schwer ist es, Schuld offen zuzugeben Für alles gibt es eine Rechtfertigung. Jesus nimmt das Kreuz
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| Jesus nimmt das Kreuz |
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Jesus lässt sich durchkreuzen. Er ist nicht Mensch geworden, um für uns am Kreuz zu sterben, sondern um die Frohe Botschaft von der liebenden Nähe Gottes zu verkünden. Jesus sagt Ja zum Kreuz, das sie ihm aufladen, zu dem Kreuz, das alle seine Pläne durchkreuzt. Er vertraut darauf, dass sein Ja zum Kreuz die Menschen erlösen und befreien wird aus ihrer Selbstverstrickung.Anselm Grün Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
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| Veronika reicht Jesus das Schweißtuch |
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Veronika tut, was sie kann – nicht mehr und nicht weniger. Veronika reicht Jesus das Tuch, zart und kühl fühlt es sich an, eine Kleinigkeit – verewigt. Ohnmächtig beim Sterben dabei sein, ohne Stärke der Zerbrechlichkeit des Vaters entgegentreten, die Hand halten, Mut und Trost zusprechen, mitten im hektischen Alltag pausieren, ein Gebet sprechen, einen Besuch abstatten, Windeln wechseln, ein Kissen richten – verewigte Kleinigkeiten. Andrea Schwarz Jesus begegnet den weinenden Frauen
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| Jesus begegnet den weinenden Frauen |
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Es tut weh, den geliebten Menschen leiden zu sehen – auf der Intensivstation im Krankenhaus, in der unvertrauten Umgebung im Pflegeheim, an seiner eigenen Verwirrung, an seiner Angst. Leiden unter den Schikanen, dem Mobbing, den vielen, kleinen Sticheleien. Leiden an der Arbeitslosigkeit und der Sinnlosigkeit des Lebens, an der Hoffnungslosigkeit. Die Kreuze unseres Lebens haben viele Namen. Und es gibt ein Kreuz, das meinen Namen trägt. Und wir dürfen darüber weinen – ich darf weinen über dein Kreuz, ich darf weinen über mein Kreuz und über die Kreuze derer, die zu meinem Kreuz werden. Andrea Schwarz Jesus fällt unter dem Kreuz
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| Jesus fällt unter dem Kreuz |
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Jesus will und kann nicht mehr. Möge es einfach nur vorbei sein. Das Kreuz zwingt ihn in die Knie. Aber – er steht auf. Ein letztes Mal. Die großen und die kleinen Kämpfe des Lebens und die, die wir immer wieder mit uns selbst führen. Wir fallen hin – und doch gilt noch immer: Nicht das Fallen ist entscheidend, sondern ob ich liegen bleibe oder wieder aufstehe, den nächsten Schritt probiere. Andrea Schwarz Jesus stirbt am Kreuz
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| Jesus stirbt am Kreuz |
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Warum? millionenfach ohne Antwort immer wieder ungehört verhalt warum? gesprochen in Tagen der Verlassenheit geschrien am offenen Grab warum? ja warum gerade ich und warum das mir warum? das Leid und der Hunger die Gewalt und die Lüge das Elend und der Tod warum? eine Frage ohne Antwort ein Weg ohne Ziel ein Leben ohne Hoffnung warum? Jesus am Kreuz Jesus von allen verlassen Jesus von Gott verlassen warum dieser Tod? damit das Gesicht der Erde und das Antlitz jedes Menschen verwandelt wird für immer
nach Josef Ernst Christ ist erstanden
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| Christ ist erstanden |
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Ein Wort
umwälzend neu machend verwandelnd
ein Wort das nichts so lässt wie es war
ein Wort das Steine sprengt Fäuste öffnet Zungen löst Leben hervorbringt
das Wort gesprochen am Morgen nach dem Ende gesagt für die Ewigkeit bestimmt für jeden von uns
er ist auferstandenJosef Ernst
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