Unsere KircheDie Geschichte des Dekanats Fürth(inhaltlich entnommen aus der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum des Dekanats Fürth)1. Vor der ReformationDie Entstehung der Dekanatsgrenzen geht weit in die Geschichte unserer Region zurück. 742 werden die Bistümer Würzburg und Eichstätt gegründet, deren Grenzen westlich von Fürth zusammenstießen. 1007 drängt sich das neue Bistum Bamberg mit der Hofmark Fürth und später mit Roßtal in dieses Spannungsfeld hinein. Die Südgrenze des Dekanats entspricht also teilweise der alten Grenze zum Bistum Eichstätt. Am 14.4.1818 werden die Grenzen neu festgesetzt durch die Zirkumskriptionsbulle, dabei wird die Grenze zum Bistum Würzburg weiter nach Westen verschoben. 1460 verspricht Kardinal Bessarion jedem 100 Tage Ablass, wenn er die Kapelle St. Johannes d. T. in Altenberg besucht und durch Gaben unterstützt. Auch Wallfahrten waren sehr beliebt in jener Zeit, meistens nach Rom, Aachen oder Santiago de Compostella. Aber auch in unserem Raum besuchte man: das Grab der seligen Irmingard in Roßtal, den Veitsbronner Marienaltar – noch heute eine Wallfahrtsstätte für Katholiken in einer evangelischen Kirche, und die Langenzenner Schwarze Maria. Mit der Reformation wurde dies aber – häufig gegen großen Widerstand - gewaltsam beendet, so wehrten sich die Langenzenner Chorherren noch bis 1533 gegen die Reformation. 1555 bestimmt der Augsburger Religionsfriede „cuius regio, eius religio“; d.h. der Landesherr bestimmt die Religion seiner Untertanen. Somit gibt es in unserem Raum praktisch keine Katholiken mehr, da die Markgrafen evangelisch waren. Erst durch den Dreißigjährigen Krieg 1618 – 48 und seiner Schrecken lockert sich diese strenge Praxis und es tritt eine große Fluktuation durch wandernde Handwerksgesellen und Dienstboten ein, häufig aus dem Gebiet der katholischen Oberpfalz. Langsam wächst nun die Notwendigkeit für eine katholische Seelsorge und ab Mitte des 18. Jh. stellt sich eine tolerantere Haltung der Behörden ein, so dass sich westlich der Rednitz eine katholische Diasporaseelsorge ausbilden kann. 2. Ein mühsamer Anfang
Nahezu alle Kirchen befanden sich in evangelischen Händen, es bestand also keine Möglichkeit, sich zu katholischen Gottesdiensten zu versammeln. Außerdem wachten die Behörden eifersüchtig darüber, dass gemäß ihrer Interpretation des Artikels V § 30-41 des Westfälischen Friedens von 1648 kein öffentlicher katholischer Gottesdienst abgehalten wurde. Für Gottesdienste blieb praktisch nur noch die Kirche in Herzogenaurach oder die in Sondernohe; lange und beschwerliche Fußmärsche der katholischen Gläubigen waren somit erforderlich. Die Patres des Deutschen Ordens in Nürnberg sorgten sich um die Katholiken westlich der Rednitz. Die Situation besserte sich erst, als 1806 Nürnberg zu Bayern kam im Rahmen des Schönbrunner Vertrages, bei dem Preußen das Fürstentum Ansbach an Bayern abtrat; nun waren die Bewohner Untertanen eines katholischen Königshauses. Die Anzahl der Katholiken war allerdings verschwindend gering. In Fürth lebten 1810 gemäß einer Zählung ca. 337 Katholiken gegenüber 9.593 evangelischen Bewohnern; d.h. nur 2,7% waren katholisch. Fußwege bis zu 3 ½ Stunden zur Kirche waren keine Seltenheit. Um 1820 wird in Fürth eine Kirche gebaut und am 8.7.1828 wird eine Kuratie errichtet. Das Konkordat des Königreichs Bayern mit dem Heiligen Stuhl vom 5.6.1817 und die schon erwähnte Zirkumskriptionsbulle vom 14.4.1818 brachten rechtliche Sicherheiten für die Ausübung katholischer Gottesdienste. Der König unterstützte die neu errichtete Kuratie mit 200 Gulden jährlich aus der Staatskasse. Am 25.8.1824 wird endlich die Grundsteinlegung der Fürther Kirche Unserer Lieben Frau gefeiert.3. Das Dekanat Fürth entsteht
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| Die erste St. Josefs-Kirche in Zirndorf entnommen aus "Zirndorf-Eindrücke einer Stadt", Verlag J. Bollmann) |
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Am 23.5.1837 wird die Kuratie Fürth zur Pfarrei erhoben. Bereits 1866 werden hier 6.069 Katholiken gezählt, viele davon kommen aus Zirndorf, ein Fußmarsch von ca. 1 ½ Stunden. Diese Situation wird erst 1891 durch die Lokalbahn Fürth-Zirndorf-Cadolzburg gemildert. 1904 wird in Zirndorf eine Kirche gebaut und im November 1904 geweiht. Aber erst ab 1.10.1906 wird dort eine Kuratie errichtet, die weiterhin von Fürth abhängig ist; auch Fürth unterstand weiterhin dem Dekanat Nürnberg. Der erste Kurat für Zirndorf ist Karl Brehm. Am 4. September 1922 wird die Kuratie Zirndorf eigenständige Pfarrei, Zirndorf hatte ca. 950 Katholiken. Nach dem 2. Weltkrieg strömen Millionen Flüchtlinge in das übriggebliebene deutsche Gebiet, Zehntausende aus dem Sudetenland. Es kommt zu großen konfessionellen Veränderungen: 1938 lebten im Seelsorggebiet Fürth 19.946 Katholiken, 1950 sind es schon 35.699. Auch in Zirndorf war die Zahl von 1.370 Katholiken vor dem Krieg auf 6.047 angestiegen. Dies führte ganz zwangsläufig dazu, die Zahl der Seelsorgstellen zu vergrößern. So entstanden um 1950 herum die Kuratien Christkönig, Herz Jesu und St. Christophorus, sowie die Seelsorgstellen in Cadolzburg, Langenzenn und Markt Erlbach, und außerdem die Gottesdiensträume in Oberasbach-Kreutles und St. Nikolaus in Oberfürberg. Durch erzbischöfliches Dekret vom 7.3.1963 wurde mit Wirkung zum 1.5.1963 das Dekanat Fürth errichtet.
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